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Was bedeutet Rheinromantik für mich?
Mit Rheinromantik verbinde ich vor allem die zahlreichen Burgen und Schlösser, die
sich entlang des Rheins über die Landschaft erheben. Was mich an den Burgen
besonders fasziniert, ist die Vorstellung, dass sie bereits seit Jahrhunderten Teil
dieser Landschaft sind. Sie erzählen von einer vergangenen Zeit und machen
Geschichte bis heute sichtbar. Jede Burg trägt ihre eigene Geschichte in sich. Adel,
Konflikte, Macht und längst vergangenen Lebenswelten. Besonders faszinierend
finde ich, wie diese historischen Bauwerke mit der Landschaft des Rheintals
verbunden sind. Zwischen Felsen, Weinbergen und dem Rhein wirken sie wie
Zeitzeugen einer vergangenen Epoche. Die Ruinen erinnern daran, dass Geschichte
nicht nur aus prächtigen und gut erhaltenen Gebäuden besteht, sondern auch aus
Verfall, Veränderungen und dem Verschwinden vergangener Lebenswelten. Auch
die zahlreichen Sagen und Erzählungen, die sich um den Rhein und seine Burgen
ranken, gehören für mich zur Rheinromantik. Dadurch bekommen die historischen
Orte für mich eine zusätzliche, fast märchenhafte Ebene. Man betrachtet eine Burg
nicht mehr nur als Gebäude, sondern verbindet mit ihr automatisch die Frage, was
sich dort wohl einst abgespielt haben könnte.
Für mich bedeutet Rheinromantik deshalb vor allem, Geschichte in der Landschaft zu
entdecken. Der Rhein verbindet dabei die einzelnen Orte miteinander und war über
Jahrhunderte ein bedeutender Verkehrs- und Handelsweg. Die vielen Burgen entlang
seines Verlaufs erinnern an diese bewegte Vergangenheit und machen deutlich, wie
eng die Entwicklung der Region mit dem Fluss verbunden ist. Gerade dieses
Zusammenspiel aus Natur, Architektur und Geschichte macht den besonderen Reiz
des Rheintals für mich aus und ist das, was ich persönlich mit Rheinromantik
verbinde.
Kristin Schirok

Ich freue mich darauf mich mit dem Thema der Rhein!Romantik? künstlerisch auseinanderzusetzen.
Der Rhein gehört seit vielen Jahren zu meiner unmittelbaren Umgebung und prägt die gesamte Landschaft.
Nun werde ich mich auf Spurensuche nach den Motiven der Rheinromantiker des 18. und 19. Jahrhunderts begeben und dies in die heutige Zeit und meine Malerei übersetzten. Es sind mehr als zwei Jahrhunderte vergangen und doch gibt es Parallelen zu damals. Die Industrialisierung hatte gerade begonnen und die Malerinnen und Maler versuchten diesem Ungewissen mit der Bewunderung der Natur und des Ursprünglichen ein Stück weit auszuweichen, sie idealisierten und verklärten.
Heute kann ich diese Reaktion gut nachempfinden, auch ich suche Orte auf, die Ruhe ausstrahlen und im Kontrast zu unserer Schnelllebigkeit stehen, Orte an denen man vergessen kann wie schnell die menschengemachten Veränderungen voranschreiten, Lebensräume und unser eigenes Leben, wie wir es kennen, gefährden.
Meine erste Station ist der Binger Mäuseturm. Der Sommer 2026 ist durch Hitzewellen und Dürren geprägt, der Rhein hat Niedrigwasser, so dass der Mäuseturm zu Fuss erreichbar ist. Die Skizzen sind bereits angefertigt, im Atelier wird daraus ein großformatiges Ölgemälde.
Ich bin gespannt, ob das Ergebnis eher Ausrufezeichen oder Fragezeichen sein wird… !?
Kathrin Reinmuth-Selzle
