Gescheine auf dem Jungfernsteg“ von István Szász
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Barbera, Clairette-Blanche, Perle
Im Blau des Himmels, die Gescheine –
sie lachen, sie tanzen
ganz ausgelassen sind sie.
Barbera, die Starkwüchsige
Clairette Blanche, die Spätreife
und aus Alzey die winterharte Perle
Ach, am Rhein ist es so schön, so schön…
Ihr fröhlichen Gescheine, tanzt, tanzt in den Sommer hinein.
Noch seid ihr ein wildes Rispen-Reigen-Grüppchen,
vielversprechend in eurem Blütenstand.
Werdet irgendwann im Fass dann gären – doch alles zu seiner Zeit.
Und da schweben über den Rebenhang heran,
Riesling-Peter und Silvaner-Heiner
Ein Fest der Sinne, bar jeder Sinnhaftigkeit, beginnt
und manches Geschein verrieselt im Sonnenbrand.
Monika-Katharina Böss
Der Hexenturm in St. Goar
Wenn er nur reden könnte, der Turm,
er würde erzählen von schaurigen und schönen Tagen,
von Leid und Freude,
von angeblichen Hexen und selbsternannten Rächern,
von sonnigen Tagen und Liebespärchen in seinem Schatten.
Beate Bushnell
Der Vollmond über dem Nachtmeer
2WFNR6075 Nostalgiebild
Mond und Wasser gehören schon immer zusammen, dazu noch in der Fantasie ein sehnsüchtiges Menschenkind mit großen Augen und Verlangen. Eine Wolke am Himmel will dem Mond seine volle Kraft nehmen. Trotz Wolke lässt sich der Mond seine intensive Ausstrahlung nicht nehmen. Dennoch behält er seine Anziehung.
Im Tümpel unten wiederholt sich die graue Farbe: die Farbe um den Tümpel ist grau, wo bleibt das Grün ?…von der Nacht verschlungen? Der Mond hat alles in seine Szene gesetzt.
Ein heuchlerischer Wind steht in der Atmosphäre und trägt das fahle Licht von Pflanze zu Pflanze, macht alles noch fahler. Auch die Gräser am Wasser büßen ihre Farbe ein. Der Mond hat Angst vor so viel Natur und kann dem Ganzen nur mit halbem Gesicht zuschauen. Er versteckt sich hinter den Wolken und wartet still. Ich spreche ein Gebet.
Astrid Dinges
Aufbruch in eine flüchtige Erinnerung
94WFNR6104 Sommersonne gespiegelt im Rhein Bild
Im wandernden Morgendunst
reist der Tag ins Unbekannte.
Ein stiller Bote aus der Nacht
durchbricht das Licht
begrüßt die Wärme,
trägt ihren Schein voran.
Zu schnell ist er vergangen,
der schöne Augenblick.
Jeden Morgen lädt er wieder ein,
zum hellen Erwachen im Licht.
Jeannette Anthes
Zum Bild: „Kein Bock…“
Bild: Kein Bock auf Mäuseturm
Du hörst im Kopf: „Kein Bock“ — und das ist okay.
Nicht jeder Tag muss laut gewinnen, nicht jede Stunde glänzen.
Doch zwischen Müdigkeit und Zweifel
wartet noch ein kleiner Funke in dir.
Mach einen Schritt, nur einen.
Fenster auf, hör die Natur, raus ins Leben.
Oft beginnt neue Energie nicht mit Motivation,
sondern mit Mut, trotzdem weiterzugehen.
Sei nicht perfekt, nur bereit, dich selbst wieder mitzunehmen.
Und glaub daran: Schwere Tage gehen vorbei — aber du bleibst.
Dima Anders
Hindernislauf
10WFNR6031Schattenspiel am Rhein Bild
Treppauf, treppab, kreuz und quer, manche Tage bestehen nur aus Hin und Her. Oft genug gibt es am Ende keine Antwort und man schaut nur auf die leeren Hände. Leise schleicht sich Resignation heran und versucht, uns zu lähmen!
Wie gut, wenn es gelingt, sich innerlich loszureißen und die kleinen Dinge am Rande wahrzunehmen. Schon ein zarter Löwenzahn, der unbeirrt eine Lücke in der Mauer erobert, kann uns daran erinnern, was wirklich wichtig ist.
Neuen Hindernissen ganz aus dem Weg zu gehen, wird sicher nicht möglich sein. Bald schon werden wir vor dem nächsten Berg stehen. In der Gewissheit, dass er für uns weniger steil sein wird, können wir uns darauf einlassen.
Ines Veauthier
92WFNR612 Nibelungen Gold
eingebettet in Erdtönen
wertvoll jede einzelne runde Münze
je eine kleine Welt
aufeinanderliegend überlappen
sie Werte und Erfahrungen
verborgene Schätze in dir
filigrane Strukturen
aus Vergangenheit baust du
dein Konstrukt auf
empor wächst
die Goldsäule
Gold für die Nachwelt
doch verhüllt durch die Erdschichten
durch Sagen und Mythen
Carla Fernandes Schlegel
