Vorbemerkung
RHEIN!ROMANTIK? begleitet den Rhein seit 2021 mit Ausstellungen, Texten, Begegnungen und künstlerischen Beiträgen an wechselnden Orten.
In den vergangenen Jahren sind zahlreiche Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Dokumentationen entstanden. Viele Informationen, Projektstände, Ausstellungen und Entwicklungen wurden bereits auf der Homepage, in Katalogen und Jahrbüchern festgehalten.
Nach sechs Jahren Projektarbeit erschien es uns sinnvoll, den Blick noch einmal auf die Grundidee von RHEIN!ROMANTIK? zu richten. Nicht als vollständige Chronik und nicht als Auflistung aller Aktivitäten, sondern als Versuch, das Projekt aus heutiger Sicht neu zu betrachten und seine wesentlichen Gedanken zusammenzufassen.
Die folgenden Seiten verstehen sich deshalb als eine erneute Annäherung an RHEIN!ROMANTIK?. Sie beschreiben die Entstehung, die Entwicklung und die Ziele des Projekts, ohne den Anspruch zu erheben, alle Ereignisse und Beteiligten vollständig darzustellen.
Wer tiefer in die Geschichte des Projekts eintauchen möchte, findet auf der Homepage die laufende Dokumentation mit Ausstellungen, Beiträgen, Katalogen, Presseberichten und vielen weiteren Informationen.
RHEIN!ROMANTIK? – Projektpräsentation
Was ist RHEIN!ROMANTIK?
RHEIN!ROMANTIK? ist ein langfristiges Kunst- und Gemeinschaftsprojekt, das sich seit 2021 mit der Frage beschäftigt, welche Bedeutung der Rhein und die Rheinromantik heute besitzen.
Ausgangspunkt ist der Rhein als Landschaft, Kulturraum, Verkehrsweg, Lebensraum und Erinnerungsort. Künstlerinnen, Künstler und Autorinnen aus unterschiedlichen Bereichen setzen sich mit diesem Thema auseinander und bringen ihre persönlichen Sichtweisen in das Projekt ein.
Dabei geht es nicht darum, eine gemeinsame Definition von Rheinromantik zu finden. Vielmehr entstehen unterschiedliche Antworten auf dieselbe Frage. Fotografien, Gemälde, Skulpturen, Texte und andere künstlerische Arbeiten spiegeln Erfahrungen, Erinnerungen, Beobachtungen und Vorstellungen wider.
RHEIN!ROMANTIK? versteht sich deshalb nicht als klassische Themenausstellung, sondern als offener Dialog über den Rhein und seine Bedeutung in der Gegenwart.
Warum ein Ausrufezeichen und ein Fragezeichen?
Der Name RHEIN!ROMANTIK? enthält bewusst zwei Zeichen.
Der Rhein steht für eine reale, geographische und historische Wirklichkeit. Seit Jahrhunderten prägt er Landschaften, Städte und das Leben der Menschen entlang seiner Ufer. Das Ausrufezeichen verweist auf diese unbestreitbare Tatsache.
Anders verhält es sich mit der Romantik. Sie lässt sich nicht eindeutig festlegen. Für die einen ist sie eine kunsthistorische Epoche, für andere eine Stimmung, eine Erinnerung oder eine persönliche Sehnsucht.
Was aber bedeutet Rheinromantik heute?
Genau diese Frage bildet den Ausgangspunkt des Projekts. Jedes Werk beantwortet sie auf eigene Weise. Manche Arbeiten knüpfen an historische Vorstellungen an, andere widersprechen ihnen oder erweitern sie um neue Perspektiven.
Das Fragezeichen steht deshalb nicht für Zweifel am Rhein, sondern für die offene Suche nach der Bedeutung von Rheinromantik in der Gegenwart.
Die Entstehung des Projekts
Die Wurzeln von RHEIN!ROMANTIK? reichen bis in das Jahr 2018 zurück. Ausgangspunkt war die Begegnung von Mitgliedern des Foto-Clubs Koblenz mit Künstlerinnen und Künstlern des Kunst-Spektrums Bingen. Aus ersten Gesprächen entwickelte sich die Idee, unterschiedliche künstlerische Disziplinen in einem gemeinsamen Projekt zusammenzuführen.
2019 begannen die konkreten Planungen. Schon früh entstand die Vorstellung, das Projekt über mehrere Jahre hinweg zu entwickeln und bis in das BUGA-Jahr 2029 fortzuführen.
Die Corona-Pandemie erschwerte den Start erheblich. Dennoch entschieden sich die Beteiligten, den begonnenen Weg fortzusetzen. Aus einer ursprünglich geplanten Gemeinschaftsausstellung entwickelte sich Schritt für Schritt ein langfristiges Kunst- und Gemeinschaftsprojekt mit wechselnden Ausstellungen entlang des Rheins.
Heute umfasst RHEIN!ROMANTIK? zahlreiche Ausstellungen, Veranstaltungsorte, Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie eine kontinuierlich wachsende Dokumentation künstlerischer und literarischer Beiträge.
Wie arbeitet RHEIN!ROMANTIK?
RHEIN!ROMANTIK? versteht sich als offenes Gemeinschaftsprojekt. Beteiligt sind Menschen mit unterschiedlichen künstlerischen und literarischen Hintergründen. Fotografien, Malerei, Grafik, Skulpturen, Texte und weitere Ausdrucksformen begegnen sich innerhalb eines gemeinsamen Projektrahmens.
Teilnehmen können sowohl professionelle Künstlerinnen und Künstler als auch engagierte Amateurkünstler. Entscheidend ist nicht die gewählte Technik, sondern die persönliche Auseinandersetzung mit dem Rhein und der Frage nach der Rheinromantik.
Die eingereichten Arbeiten werden regelmäßig von einer unabhängigen Jury gesichtet. Ziel ist nicht die Durchsetzung einer bestimmten Stilrichtung, sondern die Sicherung von Qualität, Vielfalt und Ausgewogenheit innerhalb der Ausstellungen.
Ein wesentliches Merkmal des Projekts sind die wechselnden Ausstellungsorte. Die Werke bleiben nicht dauerhaft an einem Ort, sondern wandern durch die Region und treten dabei immer wieder in neue Beziehungen zu Landschaft, Architektur und Publikum.
Ausstellungen, Jurierungen, Begegnungen, Vorträge, Veröffentlichungen und gemeinsame Gespräche bilden zusammen einen fortlaufenden Entwicklungsprozess, der bis zum Jahr 2029 angelegt ist.
Teilnehmer, Jury und Ausstellungen
Das Herzstück von RHEIN!ROMANTIK? sind die Menschen, die sich mit ihren Werken, Texten und Ideen am Projekt beteiligen. Sie bringen unterschiedliche Erfahrungen, Sichtweisen und Ausdrucksformen ein. Gerade diese Vielfalt ist ausdrücklich gewünscht.
Die Jury begleitet diesen Prozess. Sie unterstützt die Auswahl der Werke für die jeweiligen Ausstellungen und trägt dazu bei, die künstlerische Qualität und Ausgewogenheit der Präsentationen zu sichern. Dabei versteht sie sich nicht als Instanz, die festlegt, was Rheinromantik ist oder nicht ist.
Die Ausstellungen bilden den sichtbaren Mittelpunkt des Projekts. Mit jeder Jurierung, jedem neuen Teilnehmer und jedem neuen Ausstellungsort verändert sich ihre Zusammensetzung. Dadurch bleibt RHEIN!ROMANTIK? in Bewegung und entwickelt sich kontinuierlich weiter.
Im Laufe der Jahre entstand ein Netzwerk aus Museen, Rathäusern, Kulturzentren, historischen Gebäuden, Burgen, Schiffen und weiteren Ausstellungsorten. Jeder dieser Orte eröffnet neue Perspektiven auf die gezeigten Werke und auf den Rhein selbst.
Literatur und Schreibwerkstatt
Von Beginn an gehörten auch literarische Beiträge zu RHEIN!ROMANTIK?. Autorinnen und Autoren beteiligen sich mit Gedichten, Erzählungen, Essays und anderen Textformen an der Auseinandersetzung mit dem Rhein und seiner kulturellen Bedeutung.
Im Laufe der Projektentwicklung entstand daraus eine feste Schreibwerkstatt. Hier stehen nicht öffentliche Lesungen im Mittelpunkt, sondern die gemeinsame Arbeit an Texten und deren Bezug zu den ausgestellten Werken.
Die Texte verstehen sich nicht als Bildbeschreibungen oder verbindliche Interpretationen. Sie eröffnen zusätzliche Zugänge zu den Werken und erweitern deren Wahrnehmung um persönliche Gedanken, Erinnerungen, Assoziationen und literarische Bilder.
So entstand innerhalb von RHEIN!ROMANTIK? ein eigener literarischer Bereich, der die bildenden Arbeiten ergänzt und die Vielfalt der Perspektiven um sprachliche Ausdrucksformen erweitert.
Stimmen und Begleiter des Projekts
RHEIN!ROMANTIK? wird nicht allein von den beteiligten Künstlerinnen, Künstlern und Autorinnen getragen. Im Verlauf der Jahre haben zahlreiche Menschen, Institutionen und Organisationen das Projekt begleitet, unterstützt und mitgestaltet.
Dazu gehören Gastgeber, Museen, Kulturinstitutionen, Kommunen, Pressevertreter, Musikerinnen und Musiker ebenso wie Laudatorinnen, Laudatoren und Verfasser von Grußworten.
Besonders prägend war der Gedanke des „subjektiven Echos“, mit dem Prof. Dr. Beate Reifenscheid die künstlerischen Beiträge beschrieb. Die Werke erscheinen als individuelle Antworten auf denselben Landschafts- und Kulturraum – unterschiedlich in Form und Ausdruck, verbunden durch ihren gemeinsamen Bezug zum Rhein.
Die Vielzahl dieser Stimmen macht deutlich, dass RHEIN!ROMANTIK? nicht nur eine Reihe von Ausstellungen ist, sondern zugleich ein fortlaufender Dialog über Landschaft, Erinnerung, Kultur und Gegenwart.
Der Weg bis 2029
RHEIN!ROMANTIK? wurde von Beginn an als langfristiges Projekt angelegt. Bis zum BUGA-Jahr 2029 sollen weitere Ausstellungen, Begegnungen, Veröffentlichungen und neue künstlerische Beiträge entstehen.
Der lange Zeitraum ermöglicht es, neue Teilnehmerinnen und Teilnehmer einzubeziehen, zusätzliche Ausstellungsorte zu erschließen und unterschiedliche Sichtweisen miteinander zu verknüpfen. Gleichzeitig bleibt Raum für Entwicklungen, die zu Beginn des Projekts noch nicht absehbar waren.
Das Projekt folgt keinem starren Plan. Neue Möglichkeiten entstehen, andere Vorhaben verändern sich oder werden weiterentwickelt. Gerade diese Offenheit gehört zum Wesen von RHEIN!ROMANTIK?.
Mit dem Jahr 2029 endet der heutige Projektrahmen. Welche Form der Abschluss letztlich annehmen wird, steht bewusst noch nicht fest. Denkbar sind Ausstellungen, Publikationen, Dokumentationen oder andere Formen des Rückblicks.
RHEIN!ROMANTIK? versteht den Weg bis 2029 deshalb nicht als geradlinige Planung, sondern als offenen Prozess, dessen Ergebnisse erst nach und nach sichtbar werden.
RHEIN!ROMANTIK? in Zahlen
Die folgenden Zahlen verstehen sich als Zwischenbilanz eines laufenden Projekts. Sie dokumentieren keinen Endstand, sondern einen Moment innerhalb eines langfristigen Entwicklungsprozesses.
• 20 Ausstellungen seit 2021
• rund 950 eingereichte Werkfotos
• über 100 Autorinnen und Autoren
• 37 Jurorinnen und Juroren
• mehr als 70 Unterstützerinnen und Unterstützer
• 27 Grußworte
• 9 Laudatorinnen und Laudatoren
• 6 Jahrbücher und Kataloge
• 1 virtuelle Auftaktausstellung
• zahlreiche Ausstellungsorte entlang des Rheins
Diese Zahlen machen sichtbar, welche Größenordnung das Projekt inzwischen erreicht hat und auf wie viele Menschen, Institutionen und ehrenamtliche Beiträge es sich stützt.
Ausblick
Der Rhein gehört zu den am stärksten beschriebenen, gemalten, fotografierten und besungenen Landschaften Europas. Dennoch bleibt die Frage nach seiner heutigen Bedeutung offen.
RHEIN!ROMANTIK? versteht sich als Einladung, diese Frage immer wieder neu zu stellen. Nicht um eine endgültige Antwort zu finden, sondern um unterschiedliche Sichtweisen sichtbar zu machen und miteinander ins Gespräch zu bringen.
Jedes neue Werk, jeder Text, jede Ausstellung und jede Begegnung erweitert dieses gemeinsame Bild. So entsteht Schritt für Schritt eine vielstimmige Annäherung an den Rhein – offen, wandelbar und geprägt von den Menschen, die sich auf diesen Weg einlassen.
