Betreff: Wichtige Informationen zur Jurierung
(Unter dem Menüpunkt „ORGA-Team“ finden Sie eine Liste der Juroren seit 2021 sowie eine kurze Vorstellungen der einzelnen Personen.)
Liebe Jurorinnen und Juroren,
herzlichen Dank, dass Sie bereit sind, das Projekt RHEIN!ROMANTIK? mit Ihrer Erfahrung und Ihrem Blick zu unterstützen. Im Folgenden finden Sie alle wesentlichen Informationen zur Jurierung der Beiträge für das Jahr 2026 – inhaltlich wie organisatorisch.
Konzeptueller Rahmen
RHEIN!ROMANTIK? ist ein partizipatives Kunstprojekt, das sich mit dem Oberen Mittelrheintal und seinen kulturellen Potenzialen beschäftigt. Im Zentrum steht die Frage: Wie lässt sich Rheinromantik heute – zwischen landschaftlicher Schönheit und gesellschaftlicher Realität – deuten?
Der Projekttitel spielt bewusst mit zwei Haltungen:
Das Ausrufezeichen („!“) steht für die affirmative Faszination durch die historische Romantik und die ästhetische Orientierung an ihr, wie sie uns in der Malerei, der Literatur und der Musik immer noch bewegt.
Demgegenüber verweist das Fragezeichen („?“) auf die kritische Reflexion der historischen Romantik und die konzeptionelle Distanz zu ihr, die bis zur bewussten Antiromantik gehen kann.
Dieses Spannungsfeld kann sich durch ironische Zuspitzung innerhalb eines einzelnen Werkes zeigen oder auch aus dem dialogischen Zusammenspiel mehrerer Werke erwachsen.
Technische Grundlage der Jurierung
Die Jurierung erfolgt ausschließlich anhand digitaler Reproduktionen der eingereichten Werke. Für die Qualität und Aussagekraft dieser Bilder sind die Künstler*innen selbst verantwortlich. Die Bildtitel der Arbeiten werden Ihnen zusammen mit den Werken zur Verfügung gestellt.
Hinweis: Die Durchführung der Jurierung setzt mindestens 100 Einsendungen voraus. Für 2026 ist diese Voraussetzung bereits erfüllt.
Einsendeschluss und Bereitstellung
- Deadline: Die Werkfotos müssen bis spätestens 31. Januar 2026 eingereicht werden.
- Weiterleitung: Wir bündeln alle Beiträge und stellen Ihnen die Daten bis spätestens 2. Februar 2026 zur Verfügung.
Jurierungsablauf
- Jurorenteam: Das ORGA-Team setzt sich aus fünf bis sechs Personen zusammen.
- Ablauf: Die Jurierung erfolgt bequem von zu Hause aus, im Rahmen eines modifizierten Rundensystems.
- Bewertung: Es wird nicht „ausjuriert“. Die Entscheidung beschränkt sich auf den Status „Annahme“.
- Virtuelle Besprechung (ZOOM):
Optional bieten wir den Jurorinnen und Juroren die Möglichkeit, offene Fragen in einer gemeinsamen Abschlussbesprechung zu klären.
Kriterien zur Auswahl
Hinweis zur künstlerischen Eigenleistung und Reproduktionen:
Jedes eingereichte Werk sollte eine erkennbare Schöpfungshöhe aufweisen – das heißt, eine eigenständige gestalterische Leistung, die über bloße handwerkliche Reproduktion hinausgeht. Der künstlerische Einfluss – also die individuelle Handschrift, Idee oder konzeptuelle Entscheidung der einreichenden Person – sollte klar erkennbar sein.
Reproduktionen (z. B. fotografische oder digitale Wiedergaben bestehender Werke, Materialien oder Motive) sind grundsätzlich zulässig, müssen jedoch deutlich als solche gekennzeichnet werden. Entscheidend ist, dass die Aneignung oder Weiterverarbeitung einen eigenen schöpferischen Impuls erkennen lässt – nicht nur eine bloße Vervielfältigung.
Im Falle von Reproduktionen ist es außerdem erforderlich, dass die entsprechenden Bildrechte vorliegen. Die Verantwortung für die rechtliche Klärung und Einholung aller notwendigen Nutzungsrechte liegt bei den Einreichenden.
Wir bitten Sie, Ihre Einschätzung unter Berücksichtigung folgender Aspekte vorzunehmen:
- Thematischer Bezug
- Inwiefern setzt sich die Arbeit mit dem Rhein auseinander – sei es in geografischer, historischer, kultureller oder symbolischer Hinsicht? Wird der Rhein als romantisch aufgeladener Ort reflektiert, zitiert, dekonstruiert oder neu interpretiert? Findet eine Auseinandersetzung mit der romantischen Tradition (z. B. Literatur, Malerei, Mythos) oder eine bewusste Gegenposition (anti-romantisch, kritisch, zeitgenössisch) statt?
- Originalität
- Zeigt die Arbeit eine eigenständige künstlerische Haltung oder Perspektive? Ist eine persönliche Handschrift erkennbar? Wird ein neuer Blick auf den Rhein eröffnet – etwa durch ungewöhnliche Medien, Kontexte oder Erzählweisen?
- Formale oder konzeptionelle Qualität
- Ist die Arbeit handwerklich überzeugend umgesetzt – in Bezug auf Technik, Material, Komposition, Sprache oder Inszenierung? Ist das Konzept nachvollziehbar und stimmig? Gibt es eine klare Verbindung zwischen Idee und Ausführung?
- Zusätzlicher Bewertungshinweis (optional)
- Welche Relevanz könnte die Arbeit im Kontext aktueller Diskurse über Landschaft, Identität, Kulturgeschichte oder Umwelt haben?
Katalog und Ausstellung
- Drucklegung: Die Veröffentlichung des Katalogs 2026 ist für das erste Quartal 2026 vorgesehen.
- Ausstellung: Die erste Ausstellung der ausgewählten Werke ist für März/April 2026 geplant.
Jurorenbericht
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie zusätzlich zur Jurierung auch eine kurze schriftliche Zusammenfassung (Jurorenbericht) zu Ihrer Sicht auf die Arbeiten verfassen könnten. Mit Ihrem Einverständnis möchten wir diesen Bericht im Katalog veröffentlichen. Ihre Einschätzung trägt wesentlich zur Qualitätssicherung und Weiterentwicklung von RHEIN!ROMANTIK? bei. Auch methodische oder inhaltliche Anregungen sind sehr willkommen.
Ich werde mich im Januar 2026 noch einmal mit einer ergänzenden E-Mail an Sie wenden, die alle weiteren Details enthalten wird. Sollten Sie bis dahin Fragen oder Wünsche haben, melden Sie sich jederzeit gerne bei mir.
Vielen Dank für Ihre Zeit, Ihr Engagement und Ihre Bereitschaft – im Namen aller Beteiligten von RHEIN!ROMANTIK?!
Mit herzlichen Grüßen aus Biebernheim
Walter Nussbaum
Ablaufplan für Juror*innen – Projekt RHEIN!ROMANTIK?
1. Worum wir Sie bitten
Vorstellungstext und Passfoto:
Bitte senden Sie uns (sofern noch nicht erfolgt) einen kurzen Text zu Ihrer Person sowie ein Passfoto für unsere Website und den Katalog.
Status: Falls bereits erledigt – vielen Dank!
2. Auswahlprozess
Kunstbereiche:
Fotografie, Malerei, Skulptur und installative Medien (offen für weitere Formen).
Ziel:
Prüfung der eingereichten Werke auf inhaltliche und formale Eignung in Bezug auf das Thema RHEIN!ROMANTIK? sowie auf technische Grundvoraussetzungen.
Registrierung:
Alle Werkfotos sind registriert mit:
- TNNR (Teilnehmernummer)
- WFNR (Werkfotonummer)
- Bildtitel / Autor
Excel-Tabelle:
Alle Daten sind in einer Excel-Datei strukturiert.
Um den Rückversand Ihrer Ergebnisse zu vereinfachen, stellen wir eine stark reduzierte Excel-Tabelle (ohne Bilder!) zur Verfügung, die als normale E-Mail-Anlage versendet werden kann. >> Der Dateiname lautet „Stimmzettel“
Bitte nutzen Sie, wenn möglich, ausschließlich diese stark reduzierte Tabelle (Stimmzettel) ohne Bilder, um Ihre Ergebnisse festzuhalten bzw. zurückzuschicken. Andernfalls ist die E-Mail-Anlage zu groß.
Wichtig: Bitte ändern Sie nicht die Reihenfolge der Zeilen, um den Arbeitsaufwand im Team möglichst gering zu halten.
3. Bewertungsverfahren
Punktvergabe:
Für 2026 stehen Ihnen 60 Punkte zur Verfügung (abhängig von der Gesamtzahl der Einreichungen).
- Maximal 1 Punkt pro Werkfoto
- Es ist nicht verpflichtend, das gesamte Kontingent auszuschöpfen.
Vorgehen:
Tragen Sie in der Excel-Tabelle (ohne Bilder!) pro Werk 1 Punkt ein, wenn Sie es für ausstellungswürdig halten. Keine Eintragung bedeutet „nicht angenommen“.
Ihre vergebenen Punkte werden automatisch oben in Ihrer Spalte summiert.
Werkfoto-Verzeichnis:
Die Bilder stehen Ihnen in hoher Auflösung in einer strukturierten Dateiablage zur Verfügung:
- Verzeichnisse nach TNNR,
- Excel-Sortierung nach WFNR
- Nutzen Sie „STRG + F“ zur gezielten Suche.
Rücksendung:
Bitte senden Sie die ausgefüllte Excel-Tabelle (Stimmzettel Excel ohne Bilder!) bis zum 08. Februar 2026 an mich zurück.
Ich übertrage dann Ihre Ergebnisspalte in das gemeinsame Auswertungsblatt.
Ergebnisermittlung:
Die Punkte einer Zeile (aller Juror*innen) werden addiert.
Alle Werke mit mindestens 2 Punkten erhalten den Status „Exponat“.
Kuratorische Anpassungen:
Aufgrund begrenzter Ausstellungsfläche behalten sich unsere Kurator*innen vor, eine finale Auswahl unter den angenommenen Werken zu treffen.
4. Allgemeine Hinweise
- Anonymität: Ihre Bewertung bleibt anonym, es erfolgt keine Zuordnung zu Ihrer Person.
- Bildqualität: Bitte bewerten Sie objektiv – auch wenn nicht alle Reproduktionen technisch perfekt sind.
- Thematische Relevanz: Orientieren Sie sich am Ausstellungstitel RHEIN!ROMANTIK?. Die Auseinandersetzung mit dem Spannungsfeld zwischen „!“ und „?“ kann affirmativ oder kritisch sein – beides ist zulässig und erwünscht.
- Ablehnung: Werke, die Sie nicht für zeigenswert halten, bitte ohne Punkt lassen.
5. Zeitplan und Fristen
- Einsendeschluss Werkfotos: 31. Januar 2026
- Rückgabe der Excel-Tabelle (Stimmzettel): möglichst bis So. 08 Februar 2026
- Virtuelle Besprechung (optional): Auf Wunsch der Juroren.
Termin: erste Februar Woche 2026, 20:00 Uhr (via Zoom)
Ziel: Besprechung uneinheitlich bewerteter Arbeiten, finale Einigung bei Bedarf
6. Jurorenbericht (optional)
Falls Sie uns eine schriftliche Einschätzung oder Zusammenfassung Ihrer Beobachtungen (Jurorenbericht) zur Verfügung stellen möchten, freuen wir uns sehr.
Mit Ihrem Einverständnis veröffentlichen wir diesen (auch anonymisiert) im Katalog 2026.
7. Kontakt und Rückfragen
Bei Fragen oder Unklarheiten stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.
Aktuell gehen wir von etwa 150 Einreichungen aus.
Nochmals herzlichen Dank für Ihre Zeit und Ihre wertvolle Unterstützung – im Namen aller Beteiligten von RHEIN!ROMANTIK?!
Mit herzlichen Grüßen aus Biebernheim
Walter Nussbaum
