Von der Idee zum Bild
„Querung im Tal“
Acrylmalerei auf grobem Leinen, auf Holz aufgezogen und aufgesetzten Holzsilhouetten als erhabene, bewusst übergroße Darstellung eines Zusammenkommens beider Rheinseiten.
Als „Eingeborene“ von der linken Seite des Rheins, die heute immer noch hier lebt und aktiv tätig ist, wurde mir schon als Kind bewusst, dass es eine gegenüberliegende Seite des „großen Flusses“ gibt, die bis zum heutigen Tag gar nicht so leicht zu erreichen ist (Der Eisgang in den 50er Jahren, bei dem man über den zugefrorenen Rhein einfach hinüberspazieren konnte, war eine Sensation, nicht nur für uns Kinder).
Heute bestehen immer noch mehr und mehr Probleme „einfach mal rüber“ zu schauen, um zu shoppen, wandern, feiern usw. Große Umwege mit dem Auto und ungünstige Fahrtzeiten, inkl. teuren Kosten bei der Fähre, stehen der Kommunikation mit dem „anderen Ufer“ immer noch massiv im Wege. Ebenso die Planung des Brückenbaus, die seit Jahren in den Kinderschuhen steckt und trotz zahlreicher Diskussionen bisher zu keinem Ergebnis geführt hat.
Mit meinem Werk „Querung im Tal“ möchte ich deutlich und verständlich zum Ausdruck bringen, wie wichtig das menschliche Gegenüber und die Zusammengehörigkeit sind – auch und besonders geographisch bedingt – hier am Rhein.
Elfriede Müller-Gattermeier
Darstellungstechniken in Malerei und Zeichnung
Für Skizzen und Zeichnungen reichen in der Regel Bleistifte in diversen Härtegraden aus. Auch Kreiden und Kohle können schöne Effekte in der Zeichnung erzeugen.
Pastellkreiden in unterschiedlichen Härtegraden eignen sich besonders für Landschafts- und Porträtzeichnung.
Zeichnen ist ein wichtiges Instrument auch für Gemälde, da mit Hilfe dieser ein erster Entwurf für das Grundgerüst entsteht.:
Wie sieht die Aufteilung der Fläche aus? In welchen Proportionen sollen die Farben verteilt werden? Wo befinden sich helle, wo dunklere, wo dunkle Farben etc.
Ich habe viele Techniken ausprobiert und bevorzuge (derzeit) die Acrylmalerei. Acrylfarben sind wasserbasiert, trocknen schnell und sind geruchsneutral. Man kann sie mit einer Vielzahl von Materialien und Füllstoffen kombinieren, um bestimmte Effekte zu erzielen.
Mein bevorzugtes Gestaltungselement ist Sand in allen Körnungen, am besten Rheinsand. Mit Sand kann man eine spannende Oberflächenstruktur erzeugen, die z. B. Tiefe, also fast Dreidimensionalität widerspiegelt.
Ein weiteres, wichtiges Gestaltungsmittel ist Leichtstruktur Paste, die sich in beinahe jeder Form und Stärke auftragen und bemalen lässt. In die aufgetragene Paste integriert man beliebige Substanzen Sand, Seidenpapier, Granulate etc. und lässt sie aushärten. Danach kann das Gemälde weiter gestaltet werden. Gewünschte scharfe Kanten o. ä. kann man mit einem Tuschestift in beliebiger Breite aufbringen.
Mitunter bringt das erstaunliche Ergebnisse hervor, andere sind mithin auch nicht so überzeugend und müssen überarbeitet werden.
Ich betrachte das ganze als einen großartigen Lernprozess, als eine Art Studium.
Begonnen habe ich daher mit abstrakten Bildern, um mich ausschließlich mit den Farben und Formen (nach Johannes Itten) zu beschäftigen. Mittlerweile versuche ich mich an vielen Motiven, immer auch auf der Suche nach neuen Techniken.
Als Applikatoren bevorzuge ich
– feinporige Schwämme für große Flächen
– verschiedene Pinsel, allerdings wenig, meistens trocken zum verwaschen
– Malmesser, gerne für scharfe Kanten
Letztlich alle Gegenstände, die irgendwelche interessanten Strukturen versprechen und natürlich: die Finger.
Anne Engers
Zweifelhafte Rheinromantik
Wieso zweifelhaft?
Insofern JA, wenn der Strom seinen Anrainern zur Gefahr wird > zB. durch Hochwasser. Auch JA, wenn man Romantik einseitig als zarte Idylle einer gut gelaunten Natur verstehen will.
Aber die Romantik von „Vater Rhein“ verfügt über reichlich mehr Facetten mit Landschaften von träumerischer Beschaulichkeit wie im Mittelrheintal an der Loreley …. bis hin zum explosiven Naturereignis am „Rheinfall bei Schaffhausen“ – alles vielfach bestaunt, besungen und gemalt.
Jener w i l d e n Sturzflut entspricht mein Bildmotiv in Form, Duktus und Wirkung. Die nüchternen Konturen von Häusern im Hintergrund, sollen den dynamischen Kontrast noch verstärken …. zu einer Art „Poesie der Natur.“
Mein Wunsch wäre es demnach, wenn die Betrachter – abseits der reinen Romantik – sich von der naturgewaltigen Darstellung erstaunen und beein-drucken ließen: „Sie transferiert Energie!“
Mali Schaette